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02.10.17

Franchising – Welche Vorteile habe ich als Franchisenehmer?


Viele Menschen wollen während der Berufstätigkeit ihr eigenes Unternehmen aufbauen bzw. selbst der Chef sein. Dabei kann die Gründung einer neuen Firma Probleme bereiten. Man weiß im Vorfeld nicht, wie erfolgreich man sein wird. Die Kunden kennen oder erkennen den Mehrwert nicht, den die angebotenen Leistungen mit sich bringen. Und die Bekanntheit muss ein erforderliches Maß erreichen, damit man überhaupt Gewinne einfährt. Als Alternative dazu greifen viele auf das Franchisemodell zurück und bedienen sich einer starken Marke, um ihr eigenes Unternehmen zu führen. Natürlich bietet dieses Modell für Franchisenehmer nicht nur Vorteile, sondern ist auch mit Risiken behaftet.

Weibliche Barista am professionellen Kaffeeautomaten

Quelle: GaudiLab – 614002712 / Shutterstock.com

Betrachtet man die Probleme bei der Existenzgründung eines von Grund auf neuen Unternehmens, erkennt man auf Anhieb einige Vorteile eines Franchiseunternehmens. Die Risiken des Scheiterns können dadurch erheblich minimiert werden, aber ein langfristiger Erfolg ist bei weitem nicht garantiert.

Kosten und Finanzierung des Franchiseunternehmens

Ein wichtiger Punkt in Sachen Existenzgründung ist natürlich das Startkapital. Denn vor allem Selbstständige und Freiberufler haben es oftmals außerordentlich schwer, Privatkredite zu erhalten. Gerade, wenn ein anderer Kredit noch nicht komplett abbezahlt und somit die Schufa-Auskunft nicht astrein ist, wird es umso schwieriger. Mit der richtigen Herangehensweise ist es aber gar nicht so schwer, den richtigen, d.h. zahlungswilligen Kreditgeber zu finden.

Nutzt man ein Franchisesystem, kann es überdies leichter fallen, ein Darlehen zu erhalten. Die Finanzdienstleister lassen sich logischerweise auf ein funktionierendes Konzept ein. Man muss weniger Überzeugungsarbeit leisten als bei einer neuen Existenzgründung.

Als Franchiseunternehmer kann man nämlich durch den Zugriff auf eine starke Marke davon ausgehen, dass die Umsätze bereits am Anfang deutlich höher sind als bei der Gründung eines neuen Unternehmens. Damit geht jedoch nicht gleichzeitig ein höherer Gewinn einher, da man an den Franchisegeber verschiedene Gebühren zahlen muss:

  • Zu Beginn muss in der Regel eine Einstiegsgebühr gezahlt werden.
  • Während der Kooperation muss man Franchise-Gebühren zahlen, die sich meist am Umsatz orientieren.
  • Der Franchisenehmer übernimmt Anteile an den monatlichen Werbekosten.

Die Einstiegsgebühr wird auch als Eintrittsgebühr oder Startinvestition bezeichnet und ist, wie der Name bereits vermuten lässt, bereits mit dem Eintritt in das Franchisesystem zu bezahlen. Diese einmalige Investition hat je nach Größe des Franchisegebers eine große Spanne zwischen 5.000 und 75.000 €. Die durchschnittliche Höhe der Einstiegsgebühr liegt bei etwa 11.000 €. Es gibt aber auch Franchisegeber, die keine Einstiegsgebühr verlangen. Das hängt auch von den Branchen der Franchise-Systeme ab. Viele der Unternehmen, die in Deutschland ein Franchisesystem anbieten, sind Mitglied im Deutschen Franchiseverband.

Die laufenden Franchise-Gebühren sind dagegen während des laufenden Betriebs monatlich oder auch quartalsweise zu zahlen. Die meisten Franchisegeber verlangen hierzu keine fixen Monatsbeiträge, sondern Anteile des Umsatzes. Je nach Vereinbarung liegt der Anteil bei 4 – 12 %, der vom Franchisegeber abgegeben werden muss.

Handelt es sich um ein großes Unternehmen mit hohen Werbeausgaben, werden häufig auch Werbegebühren verlangt, die zusätzlich zu den laufenden Gebühren mit 1 – 3 % des Umsatzes zu Buche schlagen. Dafür werden regionale und überregionale Werbemaßnahmen finanziert.

Vor- und Nachteile als Franchisenehmer

Aus diesen Kosten ergeben sich natürlich einige Leistungen, die der Franchisegeber bereitstellt, die sich als Vorteile für den Franchisenehmer darstellen. Da sich das Unternehmen des Franchise-Gebers bereits vielerorts und häufig durchgesetzt hat, erleichtert das die Gründung deutlich. Der Markteintritt wird erheblich beschleunigt, wodurch schneller Gewinne möglich sind. Darüber hinaus wird man während der Kooperation in vielen Bereichen vom Franchisegeber unterstützt:

  • Nutzung der Corporate Identity
  • Unterstützung in den Punkten Inventar und Betriebsmittel
  • Eventuelle Standortberatung mit Gebietsschutz (bedeutet: ausreichenden Abstand zu anderen Niederlassungen des gleichen Unternehmens)
  • Nutzung und Weiterentwicklung des Know-how vom Franchisegeber
  • Qualitätssicherung durch den Franchisegeber
  • Laufendes Marketing- und Vertriebskonzept wird zur Verfügung gestellt
  • Weitergehende Beratung in vielen Bereichen

Dem Franchisenehmer wird also einiges an Leistungen geboten. Unklar ist jedoch, wie diese Leistungen im Einzelfall ausfallen, da sich dies je nach Franchisegeber natürlich unterscheidet. Entweder das Unternehmen ist beispielsweise aufgrund seiner Größe schlichtweg nicht dazu in der Lage, den Franchisegeber in allen Punkten zu unterstützen, oder er verzichtet aus Kostengründen darauf. Welche Bereiche während der Kooperation abgedeckt werden, wird im Franchisevertrag festgelegt.

Infografik zu den Vor- und Nachteilen für Franchisenehmer
Die Teilnahme an einem Franchisesystem will gut überlegt sein, da sich zwar zahlreiche Vorteile, aber auch Nachteile für den Franchisenehmer ergeben. Infografikquelle: franchisestarter.de

Verpflichtungen gegenüber dem Franchisegeber

Daneben ist aber auch der Franchisenehmer dem Franchisegeber verpflichtet und muss dessen vorgefertigten Weg einschlagen. Unternehmerische Entscheidungen sind daher nur bedingt selbst zu treffen, was vielen Gründungsinteressenten offenkundig missfallen könnte. Die eigene (unternehmerische) Kreativität wird also gebremst, da man sich an die Anweisungen des Franchisegebers zu halten hat.

Das führt zu einer gewissen Abhängigkeit des neuen Unternehmers von seinem Kooperationspartner. Somit haben Entscheidungen „von oben“ einen erheblichen Einfluss auf die Geschäftstätigkeit des einzelnen Franchisenehmers. Kommt es hier zu Fehleinschätzungen, muss auch der Franchisenehmer dafür geradestehen. Treten gar Skandale oder Ähnliches auf, sind automatisch auch die Franchisenehmer betroffen.

Aufgrund der oben aufgeführten Gebühren muss der Franchisenehmer einen großen Teil seiner Gewinne an den Kooperationspartner abgeben. Das kann vor allem in Branchen mit sehr niedrigen Margen problematisch werden. Da es sich um Anteile am Umsatz handelt, muss man auch Zahlungen leisten, wenn das Unternehmen in den roten Zahlen steckt.

Ein weiterer wichtiger Punkt für zukunftsorientierte Unternehmer dürfte auch der Zeitpunkt nach dem Austritt aus der Kooperation sein. Ist die Franchisevereinbarung zu Ende, hat der Franchisegeber in der Regel die Verfügungsgewalt über das Unternehmen. Möchte man den Betrieb verkaufen oder vererben, hat der Franchisegeber zumindest ein Mitspracherecht, wenn nicht mehr.

Man sollte sich also genau überlegen, ob man die Gründung des eigenen Unternehmens als Franchisenehmer bestreiten will. Dazu sollte man die Vor- und Nachteile sorgfältig abwägen und die verschiedenen Franchisegeber unter die Lupe nehmen. Empfehlenswert ist auch eine unabhängige Beratung, die die Erfolgschancen steigert.



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