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30.04.18

Franchising ist für Lizenzgeber und Lizenznehmer interessant


Deutschland weist schon seit längerer Zeit eine hohe Zahl von Unternehmensgründungen auf. Spitzenwerte wurden kurz nach der Jahrtausendwende verzeichnet. Allein im Jahr 2001 machten sich mehr als 1,5 Millionen Menschen mit einer Unternehmensgründung selbstständig.

Quelle: Thinkstock.com © juststock

In den letzten fünf Jahren schwankten die Zahlen zwischen 672.000 und 915.000, wie offiziellen Statistiken zu entnehmen ist.

Auch werden die Deutschen häufig zu Erfindern neuer Ideen und Produkte. Bei der Markteinführung wünschen sich viele Entwickler die Begleitung durch einen sogenannten Business Angel. Deshalb ist die Zahl der Bewerber für Gründershows wie beispielsweise „Die Höhle der Löwen“ ungebrochen hoch. Nicht immer empfehlen die dort tätigen Investoren Ralf Dümmel, Judith Williams, Frank Thelen, Carsten Maschmeyr und Dagmar Wöhrl jedoch die Vermarktung eines Produkts über eigene Shops, sondern geben den Hinweis, dass es sich besser für ein Franchise-Konzept eignet. Dieser Trend ist auch beim amerikanischen Pendant „Shark Tank“ zu beobachten. Der Grund ist, dass solche Geschäftskonzepte beiden Seiten Vorteile bieten.

Als Franchise-Geber durchstarten: Worauf kommt es an?

Ein wichtiger Punkt ist, dass alle Produkte und Marken geschützt sein müssen. Ansonsten besteht die Gefahr, dass einer der künftigen Franchise-Nehmer die Idee stiehlt und zu einem direkten Konkurrenten wird. Bei einigen Franchise-Modellen setzt ein schnelles Wachstum ein dickes finanzielles Polster voraus, weil Waren und andere Ausstattungen binnen kurzer Zeit erweitert und finanziert werden müssen. Deshalb sind künftige Franchise-Geber gut beraten, wenn sie parallel zum Konto mit Dispositionsrahmen eine kostengünstige und auf Firmen geeignete Kreditkarte besitzen, mit deren Konditionen hohe Zinsen für eine kurzzeitige Ausschöpfung des Dispo-Rahmens vermieden werden können. Außerdem sind „wasserdichte“ Franchise-Verträge notwendig. Sie sollten im optimalen Fall auch ein Wettbewerbsverbot für die Franchise-Nehmer nach dem Ausscheiden beinhalten. Anderenfalls besteht das Risiko, dass Insiderwissen der Konkurrenz zugetragen wird.

Was sollten Franchise-Nehmer wissen?

Wer sich als Franchise-Nehmer selbstständig machen möchte, sollte vor allem beachten, dass er in seiner unternehmerischen Freiheit eingeschränkt ist. So müssen beispielsweise die vom Franchise-Geber vorgegebenen Markensymbole verwendet werden. Bei Franchise-Konzepten in der Gastronomie, bei Lieferdiensten und im Handel werden sogar die Einrichtungen und die Arbeitskleidung vorgeschrieben. Hinzu kommen straffe Regelungen hinsichtlich der Öffnungszeiten. Wer einen Franchise-Lieferdienst betreiben möchte, muss sich außerdem vorschreiben lassen, welche Art von Lkw dafür genutzt wird. Oftmals müssen Einrichtungen, Ausstattungen und Fahrzeuge bis hin zu den Kassensystemen von Franchise-Geber geleast werden, weil sie darin ein lukratives Nebengeschäft erkannt haben. Das könnte durchaus höhere Kosten als die Beschaffung auf dem freien Markt nach sich ziehen.

Existenzgründungen im Franchise-Markt können gefördert werden

Für die Startfinanzierung bieten sich vor allem die Darlehen der Kreditbank für Wiederaufbau an. Derzeit (Stand April 2018) stehen drei Varianten bei den Förderkrediten zur Verfügung. Sie tragen die Programmnummern 058, 067 und 073 und verbinden langfristig niedrige Zinsen mit langen Laufzeiten sowie der jederzeitigen Möglichkeit die Kredite vorzeitig teilweise oder vollständig ablösen zu können. Die Kreditprogramme 058 und 067 können nur für Unternehmensgründung in der Bundesrepublik Deutschland verwendet werden. Wer sich mit einem ausländischen Franchise-Geber selbstständig machen möchte, kann Gründerkredite aus dem Programm 073 in Anspruch nehmen.

Wer aus einer Arbeitslosigkeit mit einem Franchise-Konzept in die Selbstständigkeit starten möchte, sollte zusätzlich die Fördermöglichkeiten des Arbeitsamts kennen. Sie reichen von vorbereitenden Schulungen bis hin zum Einstiegsgeld, das längstens für einen Zeitraum von 24 Monaten gezahlt werden kann. Auch können die Arbeitsämter Zuschüsse für die Beschaffung der für die selbstständige Tätigkeit notwendigen Ausstattungen geben. Der Maximalbetrag liegt hier aktuell (Stand April 2018) bei 5.000 Euro. Wichtig ist, dass alle Anträge sowohl beim Arbeitsamt als auch der KfW vor der Anmeldung des Gewerbes und der Unterzeichnung der Franchise-Verträge gestellt und positiv beschieden werden. In Ausnahmefällen ist ein sogenannter „vorzeitiger Maßnahmebeginn“ möglich. Dieser formlose Antrag kann dann gestellt werden, wenn eine Verzögerung den erfolgreichen Schritt in die Selbstständigkeit erheblich gefährden würde.



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